Allergologie

Unter Allergie versteht man eine Überempfindlichkeit und -reaktion des menschlichen Immunsystems auf normalerweise harmlose Umweltfaktoren, die als Allergene bezeichnet werden.

Man unterscheidet insbesondere zwei große Gruppen von Allergien:

  • Allergien vom Soforttyp (Typ 1) mit Auftreten der Symptomatik innerhalb von Sekunden bis max. 24 Stunden nach Allergenkontakt. Hierzu zählen die Pollenallergie (Rhinokonjunktivitis allergica), ebenso wie allergische Reaktionen nach Tier-, Hausstaubmilben- und Schimmelpilzkontakt sowie die Insektengift- und einige Nahrungsmittel- und Medikamentenallergien.
  • Allergien vom verzögerten Typ (Typ 4) sind meist Kontaktallergien mit Symptomen binnen 24 bis 48 Stunden nach meist äußerlicher Anwendung der Allergene, zum Beispiel Salbengrundlagen und Zusatzstoffe in Kosmetika, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Pflanzeninhaltsstoffe, Farbstoffe, Metalle u.v.m.

Die Beschwerdebilder, die immunologischen Reaktionsmuster und die sich daraus ableitenden diagnostischen Möglichkeiten unterscheiden sich zwischen beiden Allergieformen.

  • Ad 1. Hier treten - in Abhängigkeit vom auslösenden Allergen und dem Weg deren Aufnahme - tränende Augen, Bindehautentzündung, behinderte Nasenatmung und eine laufende Nase (Rhinorrhoe) am häufigsten auf. Jedoch können auch Hautsymptome wie Nesselsucht (Urtikaria), Schwellungen der Schleimhäute, Magen- und Darmsymptome (Übelkeit, Durchfälle, Schluckbeschwerden), Kribbeln sowie Mißempfindungen der Mundschleimhaut (orales Allergiesyndrom meist bei mit Pollen kreuzreagierenden Nahrungsmitteln), erschwerte Atmung (Asthma bronchiale), Kreislaufstörungen bis hin zum anaphylaktischen Schock festgestellt werden.
  • Ad 2. Hier findet man meist auf das Kontaktareal begrenzte Entzündungen der Haut mit Ausbildung kleinster Bläschen und starkem Juckreiz (Kontaktekzem, -dermatitis). Allergien entstehen meist nach einer ersten Sensibilisierungsphase, die das Immunsystem stimuliert und den ersten Allergenkontakt darstellt. Bei erneuter Exposition treten dann die Beschwerden auf und können sich ggf. von Mal zu Mal steigern.

Diagnostisch wird bei Typ 1-Allergien in erster Linie ein Prick-Test am Unterarm mit Einbringen der relevanten, möglichst standardisierten Allergene mittels einer kleinen Nadel durchgeführt.

Typ 4-Allergien können mit Hilfe von Epikutantestungen nachgewiesen werden, wobei potentiell allergenhaltige Pflaster auf den Rücken geklebt und die Reaktionen nach 48 und 72 Stunden abgelesen werden.

Die wichtigste prophylaktische und therapeutische Maßnahme ist - wenn möglich - eine Meidung der Allergene, welche klinisch und in den Testungen als Auslöser der Beschwerdesymptomatik identifiziert werden konnten.

Zudem stehen vielfältige symptomatische und einige ursächlich wirksame Therapieoptionen zur Verfügung. Hierzu zählen Nasensprays, Augentropfen, antiallergisch wirkende Spritzen und Tabletten (Antihistaminika, Glukokortikosteroide), entzündungs- sowie juckreizhemmende Salben und Cremes sowie die Hyposensibilisierung (Allergieimpfung) bei Soforttypallergien.