Phlebologie

Venen

Venenerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Jeder zweite bis dritte Erwachsene ist davon betroffen.

Venenerkrankungen sind eine Volkskrankheit. Epidemiologische Studien zeigen, dass etwa 50% der deutschen erwachsenen Bevölkerung Venenerkrankungen unterschiedlichen Grades aufweisen. Krampfadern wurden lange Zeit als kosmetisches Problem betrachtet. Inzwischen ist bekannt, dass gesundheitliche Beschwerden wie Schwellungen, Schweregefühle, Schmerzen und Ekzeme durch Krampfadern bedingt sind. Gefürchtete Langzeitfolgen von Krampfadern sind Venenentzündungen, Thrombosen und „offene Beine“ (Unterschenkelgeschwüre).

Diagnostische Untersuchungsmethoden

Die diagnostischen Möglichkeiten sind durch die moderne Medizin fast ausschließlich nicht invasiv. Das bedeutet für den Patienten – keine Schmerzen und keine Belastung.

Apparative Diagnostik

  • Bidirektionale Ultraschall-Doppler-Sonographie
  • Farbkodierte Duplex-Sonographie
  • Venenverschluss-Plethysmographie

Diese Methoden ermöglichen eine sehr exakte Beurteilung der venösen und arteriellen Durchblutung des Beines und sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Besenreiser

Das sind oberflächliche, in der Haut liegende feinste Venenerweiterungen. Sie stellen für viele Patienten ein großes, kosmetisches Problem dar und lassen sich mit Sklerosierung (Verödung), oft in Verbindung mit Lasertherapie, sehr wirksam behandeln.

Die Sklerotherapie ist eine ausgesprochen ausgereifte, hochwirksame Methode, bei der die Besenreiser mit einem Sklerosierungsmittel behandelt werden. Eine Sonderform ist die in neuerer Zeit eingeführte Schaumsklerosierung bei besonders hartnäckigen Besenreisern. Nach der Sklerosierung ist man sofort arbeitsfähig und normal belastbar. Bei gleichzeitigem Vorhandensein von Besenreisern und kleineren, retikulären Krampfadern kann eine mikrochirurgische Entfernung mit der Sklerotherapie bzw. Lasertherapie kombiniert werden.

Lasertherapie bei Besenreisern

Bei dem Lasergerät zur Behandlung von Besenreisern handelt es sich um einen IPL Quantum DL. Die Behandlungen mit dem Laser können mehrere Sitzungen erfordern. Nebenwirkungen wie Narben, Rötung, leichtes Brennen und Hämatome treten in äußerst seltenen Fällen auf.

Therapie von Retikulären Venen
(kleine Krampfadern)

Kleine meist kosmetisch störende Krampfadern lassen sich mikrochirurgisch entfernen. Durch 1 - 2 mm große Stichinzisionen werden die Krampfadern mit feinen Instrumenten (ähnlich einer Häkelnadel) herausgezogen. Die Stichinzisionen werden anschließend mit Klebepflaster, also ohne Hautnaht, versorgt. Dadurch lässt sich ein kosmetisch sehr anspruchsvolles Ergebnis erzielen.

Therapie von Venenleiden (Krampfadern)

Die Behandlungsmethoden sind sehr vielfältig und von der Schwere der Erkrankung abhängig, Sie müssen für jeden Patienten individuell evaluiert werden.

Operative Therapie

Die erkrankten, großen, oberflächlichen Stammvenen müssen in aller Regel operativ behandelt werden. Hierzu stehen uns mehrere Verfahren zur Verfügung. Bei ausgeprägten Befunden stellt das bewährte sogenannte Venenstripping die klassische Methode in der Krampfaderchirurgie dar. Dabei wird die kranke Stammvene mit einer Sonde sondiert und dann komplett entfernt.

Minimalinvasive Therapie

In den letzten Jahren haben sich neue, elegante und gewebeschonende Verfahren entwickelt.

  • Venous closure (Radiofrequenztherapie VNUS)
  • Endoluminale Lasertherapie (EVLT)

Insbesondere das Venous-Closure-Verfahren hat sich als hocheffektiv und sehr schonend herausgestellt. Durch eine kleine Punktion am Unterschenkel wird ein winziger Katheter bis zur Leiste vorgeschoben. Unter Abgabe von Hochfrequenzenergie wird die Venenwand erhitzt und von innen verschlossen (verschweißt). Die kranke Vene muss nicht herausgezogen werden. Dadurch entstehen fast keine Schmerzen und so gut wie keine Blutergüsse. Die normalen Aktivitäten können innerhalb eines Tages wieder aufgenommen werden.